i'm just killing lately
Spiegel

Kapitel 7: Everything that's left is Ash

Niyara hatte ihren Weg kaum halb bestritten, als sie etwas vernahm. Was ihr bislang widerfahren war, hatte sie angespornt, weiterzugehen. Es war Freiheit, Abenteuer, im Grunde all das, was sie vermisst hatte. Sie hatte sich natürlich freiwillig für dieses Leben entschieden, doch nun ein anderes zu kosten, das erschien ihr wie ein Wunder.

Doch nun war da etwas, das sie anhalten ließ. Etwas, das in ihre feine Nase stieg; Rauch. Als sie sich umdrehte, konnte sie die dicken, schwarzen Rauchschwaden sehen, wie sie über die Wipfel der wenigen Bäume stiegen, die zwischen ihr und dem Dorf lag. Wie ein Leichentuch, aufgebauscht vom Wind, trieb es sie immer weiter.

Einen Moment zögerte die getigerte Katze. Dann aber wandte sie sich um und eilte zurück. Der Weg war nicht so lang, wie sie ihn in Erinnerung gehabt hatte. Doch was sie sah, erschreckte sie sehr. Die Häuser und Hütten, alles, was ihr einst so vertraut gewesen war, stand in Flammen. Das Feuer hatte längst um sich gegriffen und lechzte nach dem Holz wie nach Zunder. Alles brannte lichterloh.

Manche versuchten zu löschen, andere gaben es auf. Viele Häuser stürzten ein, verkohlt und geschwächt von dem gierenden Element. Und in alledem stand er, der Feuerteufel. Lachend und geifernd vor Wahnsinn drehte er sich um die eigene Achse und spie die Flammen aus wie Erbrochenes, das der Hölle selbst entsprang. Er lachte, schrill und laut.

Und er schrie: "Da siehst du es! Da siehst du, zu was ich fähig bin! du hast mich unterschätzt, Katze! Du hast geglaubt, ich sei harmlos, was?!"

Und er drehte sich immer weiter und schrie, sodass es alle hören konnten. Das Feuer wollte nicht enden und die Flammen nicht erlöschen.

Wie versteinert stand Niyara da, verschreckt und erschüttert. Innerlich bebte sie und kam sich doch vor wie ein Haufen Sand, der in sich zusammenfloss. Sie hatte geahnt, dass so etwas passieren konnte. Sie hatte es geahnt und dennoch versucht so zu tun, als sei es nur Unfug. Als täusche sie ihr natürlicher Instinkt nur. Und nun stand alles in Flammen. Unrettbar, nicht wieder gut zu machen. Und es war auch ihre Schuld. Nein, es war im Grunde nur ihre Schuld. Sie hatte den Feuerteufel ins Dorf gelockt und sie hatte ihm die Gelegenheit dazu gegeben. Und nun war alles aus. Und sie konnte nur zusehen, spüren wie die Enttäuschung un der Ärger in ihr aufkeimten und sie sich danach sehnte, jemanden zu haben, der sie umarmte und ihr Mut zusprach, sich zugleich aber davor fürchtete, erneut jemandem zu vertrauen.

Und alles, was zurückbleiben würde, war Asche ... 

28.9.08 23:07


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