i'm just killing lately
Poesie

Das Schweigen ist mir der Tod

Das Leben ist mir Worte.
 
Ich sehe die Sprache, 
ich lausche dem Klang.
Ich brauche die zarte,
sehnsüchtige Hand
der Buchstaben, der Bilder
der Melodie 
und ohne Worte
 finde ich sie.
 
Was ich in Worten sagte,
was ich in Worten zerstört,
wie mächtig mir diese Kandarte,
wenn mir das Leben zuhört.
Was ich mit Worten verloren,
was ich mit Worten vertan,
das wird mir wiedergeboren
mit Worten, ganz ähnlicher Klang.
 
Und geht mir die Welt auch unter,
und falls sie und alles zerbricht,
an Worten, geklungen so munter,
verloren ist sie mir nicht.
Ich kann sie zum Leben erwecken,
mit Worten aus gleisendem Licht.
 
Doch Schweigen, so ruhig und leise,
was es erst einmal hat angefasst,
zerbricht mir auf eine Weise,
zerbricht wie ein trockener Ast.
Ich kann es ins Leben nicht holen, 
es bleibt mir für immer versteckt,
das Schweigen zeigt unverholen,
welch Mächtiges es erweckt.
 
Drum brechen die Worte nicht Knochen,
drum töten sie mir nicht den Mut,
drum bleiben sie Tage und Wochen,
und machen es wieder gut.
Doch was mir durch Schweigen genommen,
das finde ich nimmer mehr,
das Schweigen ist leise gekommen
und schmerzt noch am Ende zu sehr.
 
Es nimmt mir die Macht am Leben,
es tötet, es färbt alles rot.
Das Schweigen ist zerstört mein Bestreben.
Das Schweigen ist mir der Tod.
 
 
29.11.08 16:36


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